Heizkostenverteiler: Was Vermieter zu Funktion und Kosten wissen müssen

Heizkostenverteiler ermöglichen eine einfache und transparente Erfassung der angefallenen Heizkosten. Die Geräte finden vor allem in Mehrfamilienhäusern mit zentraler Heizung Anwendung und befinden sich direkt an den Heizkörpern. Wie Heizkostenverteiler funktionieren, welche Arten es gibt und ob die Kosten umgelegt werden können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Letztes Update: 4. April 2024 | 12 Min. Lesezeit

Heizkostenverteiler: Nahaufnahme eines Heizkoerpers. Auf der linken Bildseite ist ein elektronischer Heizkostenverteiler montiert, dessen Display nicht eingeschaltet ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Heizkostenverteiler?
  2. Welche Arten von Verteilern gibt es?
  3. Sind Funk Heizkostenverteiler Pflicht?
  4. Exkurs: Wärmemengenzähler
  5. Wie ist die gesetzliche Grundlage?
  6. Was kosten Heizkostenverteiler?
  7. Sind die Mietkosten umlagefähig?
  8. Kann man die Verteiler selbst ablesen?
  9. Wie erfolgt die Montage?
  10. Können Heizkostenverteiler manipuliert werden?

Das Wichtigste in Kürze

  • Heizkostenverteiler werden zur verbrauchsabhängigen Erfassung von Heizkosten genutzt und dienen somit als Grundlage für die Erstellung der Heizkostenabrechnung.
  • Es gibt Verteiler, welche nach dem Verdunstungsprinzip arbeiten und elektronische Heizkostenverteiler. Letztere werden als fernablesbare Geräte ab 2027 Pflicht.
  • Kosten für die Miete sind nach vorheriger Zustimmung der Mieter umlagefähig. Für den Kauf von Geräten entstehende Kosten dürfen als Modernisierungsmaßnahme auf die Mieter verteilt werden.
  • Das Anbringen muss durch einen entsprechenden Fachbetrieb erfolgen. Da für eine korrekte Erfassung zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden müssen, ist eine eigenständige Montage nicht möglich.

Definition: Was ist ein Heizkostenverteiler? 

Heizkostenverteiler sind kompakte Geräte zur verbrauchsabhängigen Erfassung von Heizkosten. Die erfassten Einheiten dienen als Basis für die Erstellung der jährlichen Heizkostenabrechnung. Dafür werden die Verteiler an jedem Heizkörper in der Wohneinheit montiert.

Bei Heizkostenverteilern handelt es sich um Erfassungsgeräte, welche unspezifische Einheiten erfassen. Diese Einheiten ergeben sich aus der Summe der Temperaturdifferenz zwischen Heizkörperoberfläche und Raum.

Meist haben Heizkostenverteiler ein metallenes Rückteil, da Metall ein guter Wärmeleiter ist. Dieser Part wird am Heizkörper montiert. Der vordere Teil des Verteilers ist oft aus Kunststoff und beinhaltet die Vorrichtung zur Erfassung der Einheiten. Er lässt sich auf das Rückteil stecken und wird dann verplombt.

Heizkostenverteiler werden vor allem in Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung genutzt.

Wie funktionieren Heizkostenverteiler?

Der Verteiler erfasst die Temperatur sowohl an der Heizung als auch im Raum über den gesamten Abrechnungszeitraum von einem Jahr hinweg. Auf Basis der erfassten Werte wird dann die Heizkostenabrechnung erstellt.

Um eine gerechte Verteilung der Kosten zu gewährleisten, müssen verschiedene Faktoren in die Berechnung einbezogen werden. Je nach Wärmeabgabe, Größe und Bauart der Heizung sowie des Wärmeübergangs können sich trotz gleicher Nutzungsintensität verschiedene Messwerte ergeben. Der Messwert jedes Heizkörpers wird daher mit einem individuellen Faktor multipliziert.

Die Multiplikation ist bei Geräten mit einer Einheitsskala notwendig. Alle Geräte sind dabei mit der gleichen Skala ausgestattet. Die Berechnung kann dann in der Heizkostenabrechnung erfolgen.

Alternativ gibt es Heizkostenverteiler mit einer Produktskala, welche den Umrechnungsfaktor bereits berücksichtigen. Diese Art der Verteiler hat unterschiedliche Skalen für unterschiedliche Heizkörper.

Bei elektronischen Verteilern erfolgt die Skalierung durch eine entsprechende Programmierung. Dafür müssen Daten zur Heizung wie der Hersteller, der Gerätetyp und die Maße eingegeben werden.  

Einige Verteiler besitzen eine zusätzliche Kontrollskala, durch die Ablesefehler festgestellt werden können.

Ist der Erfassungswert ermittelt und alle sind Faktoren berücksichtigt, können die Werte aller im Haus vorhandenen Geräte in ein Verhältnis gesetzt werden, um daraus die jeweiligen Kostenanteile zu bestimmen.

Welche Arten von Heizkostenverteilern gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Heizkostenverteilern, die genutzt werden können. Lange Zeit waren Geräte, die nach dem Verdunstungsprinzip arbeiten, die Regel zur Verbrauchserfassung. Heutzutage werden vor allem elektronische Heizkostenverteiler installiert.

Egal welche Verteiler genutzt werden, sie werden immer an der Frontseite der Heizkörper montiert.

Heizkostenverteiler mit Verdunstung

Heizkostenverteiler mit Verdunstung haben ein nach oben offenes Glasröhrchen am Rückenteil. In diesem Röhrchen befindet sich eine spezielle Messflüssigkeit. Meist handelt es sich dabei um Benzoesäuremethylester oder 1-Hexanol.

Bei Erwärmung des Heizkörpers verdunstet ein Teil der Flüssigkeit. Der Flüssigkeitsstand lässt sich anhand einer Skala erkennen.

Am Ende der Abrechnungsperiode zeigt der Flüssigkeitsstand den Erfassungswert an. Ein Röhrchen ist ausreichend für einen Abrechnungszeitraum, da der Verdunstungsprozess sehr langsam ist.

Da ein Teil der Messflüssigkeit auch bei ausgeschalteter, kalter Heizung verdunstet, werden die Glasröhrchen etwas über den Nullpunkt gefüllt. So werden auftretende Fehler durch die sogenannte Kaltverdunstung ausgeglichen.

Altes Glasröhrchen verbleibt am Verteiler

Am Ablesetermin wird das Glasröhrchen durch den Messdienstleister verschlossen. Das neue Röhrchen wird neben dem alten angebracht. Dies ermöglicht einen einfachen Vergleich des Verbrauchs.

Zu jedem neuen Abrechnungszeitraum hat die Messflüssigkeit eine andere Farbe, um Verwechslungen auszuschließen. 

Die Verbrauchsermittlung erfolgt durch Multiplikation des abgelesenen Werts mit einem Verrechnungsschlüssel.

Heizkostenverteiler mit Verdunstung sind zwar recht günstig in der Anschaffung, haben jedoch auch ein gewisses Fehlerpotenzial aufgrund der Kaltverdunstung. Trotz zusätzlicher Messflüssigkeit kann es also zu höheren als den tatsächlichen Verbrauchswerten kommen.

Bis zum 31.12.2026 sind Verdunstungs-Verteiler noch zugelassen. Ab 2027 greift die Fernablesepflicht für Heizkostenverteiler, sodass nur noch elektronische Verteiler mit Funk zugelassen sind.

Achtung: Hat der bei Ihnen installierte Heizkörper eine Vorlauftemperatur, welche geringer als 60 °C ist, dürfen keine Heizkostenverteiler mit Verdunstung installiert werden. Hintergrund ist, dass diese Art der Verteiler sonst ungenau misst.

Kapillarrohrheizkostenverteiler

Kapillarrohrheizkostenverteiler arbeiten auch nach dem Verdunstungsprinzip. Allerdings haben sie nur ein sehr schmales Röhrchen mit wenig Messflüssigkeit. Durch die längere Skala und den speziellen Aufbau soll das Fehlerpotenzial beim Messen und Ablesen verringert werden.

Auch hier wird das Glasröhrchen aus dem letzten Abrechnungszeitraum verschlossen und ein neues Röhrchen mit Messflüssigkeit in einer anderen Farbe daneben installiert, um einen Vergleichswert liefern zu können.

Elektronische Heizkostenverteiler

Elektronische Heizkostenverteiler gelten als moderne Variante der Verteiler. Sie liefern genauere Werte und sind in der Lage, mögliche Messfehler besser auszugleichen als Verteiler mit Verdunstung.

Ausgestattet sind die Geräte mit mindestens einem Temperaturfühler, in manchen Fällen auch mit zweien. Verteiler mit einem Sensor berücksichtigen einen Standardwert für die Raumluft. Geräte mit zwei Temperaturfühlern dagegen messen kontinuierlich die tatsächliche Differenz zwischen Raumluft und Heizkörper und sind daher präziser.

Zusätzlich haben elektronische Heizkostenverteiler ein Display und einen Rechenkern, der die erfassten Daten speichert. Dies ermöglicht eine stichtaggenaue Verbrauchserfassung. Auch genaue Zwischenablesungen beispielsweise bei einem unterjährigen Mieterwechsel sind möglich.

Um einen fehlerfreien Abrechnungszeitraum zu gewährleisten, erkennen die Heizkostenverteiler nicht nur Ablesefehler und Störungen, sondern auch Manipulationsversuche mithilfe einer Prüfsumme.

Elektronische Heizkostenverteiler sind mithilfe von Batterien auf eine Laufzeit von 10 Jahren ausgelegt. Meist wird am Ende der Batterielebensdauer das ganze Gerät getauscht.

Die Ablesung muss einmal jährlich ein Servicemitarbeiter vor Ort vornehmen.

Kein Betreten der Wohnung durch Funk erforderlich

Neben klassischen elektronischen Verteilern gibt es heutzutage vor allem fernablesbare Geräte. Mit ihnen wird ein Betreten der Mieteinheit überflüssig, da die Geräte die benötigten Daten direkt an einen Empfänger übertragen werden. Dadurch wird auch eine monatliche Zwischenablesung ermöglicht, welche durch die geänderte Heizkostenverordnung bei fernablesbaren Zählern vorgeschrieben ist.

Nach Ende des Abrechnungszeitraums wird das Zählwerk auf 0 zurückgesetzt.

Mehrere Heizkostenverteiler an einem Heizkörper möglich

Bei besonders großen Heizkörpern ist es teilweise erforderlich, dass mehrere Heizkostenverteiler daran montiert werden müssen. Dies liegt darin begründet, dass große Heizkörper oftmals mehrere Temperaturmittelpunkte besitzen und an jedem dieser Mittelpunkte ein Heizkostenverteiler vorhanden sein muss. 

Die gemessenen Einheiten werden addiert, um den Gesamtverbrauch zu ermitteln. Da sich der Gesamtwärmeleistungswert auf die beiden Heizkostenverteiler aufteilt, muss in der Gesamtbetrachtung nicht mehr gezahlt werden als für Heizkörper mit nur einem Erfassungsgerät.

Sind Funk Heizkostenverteiler Pflicht?

Mit der Novellierung der Heizkostenverordnung 2021 wurden die Vorgaben der Europäischen Energieeffizienz-Richtlinie (EED) umgesetzt. Deren Ziel ist der langfristige Klimaschutz und damit einhergehend die Erreichung der Klimaziele bis 2030.

Unter anderem soll dies durch mehr Transparenz beim Energieverbrauch erreicht werden. Dafür sind monatliche Verbrauchsinformationen notwendig, die an die Mieter gesendet werden. Dies ist nur durch fernablesbare Geräte möglich.

Umrüstung bis Ende 2026

Ab 2027 gibt es daher eine Umrüstungspflicht auf fernablesbare Heizkostenverteiler (§ 5 HeizkostenV). Seitdem darf ausschließlich fernablesbare Messtechnik verbaut werden. Zudem müssen Messgeräte bei Neuausstattung seit Ende 2022 zusätzlich interoperabel und Smart-Meter-Gateway-kompatibel (SMGW) sein.

Ende 2031 läuft die letzte Frist aus. Bis dahin müssen Heizkostenverteiler, welche bis zu einem Jahr nach Inkrafttreten der Novellierung installiert wurden, sowohl fernablesbar als auch interoperabel und SMGW-kompatibel sein.

Durch die Funk Heizkostenverteiler wird das Betreten der Wohneinheiten überflüssig und die Vorgabe der monatlichen Verbrauchsübersicht kann umgesetzt werden. Dadurch sollen Mieter besser auf ihren Verbrauch achten können und zu Energieeinsparungen angeregt werden.

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Exkurs: Was ist ein Wärmemengenzähler?

Anders als die Einheiten erfassenden Heizkostenverteiler messen Wärmemengenzähler den Verbrauch in physikalischen Größen. Dafür werden sie in den Zuleitungen der Wärmeversorgung installiert.

Wärmemengenzähler messen die Temperatur des Heizungswassers sowohl bei Eintritt in die Wohnung als auch beim Austritt. Mithilfe dieser Werte errechnen sie die Wärmeabgabe an die Wohneinheiten.

Sinnvoll ist diese Art der Zähler vor allem bei Fußbodenheizungen oder einer Mischnutzung der Immobilie. In ihrer Anschaffung sind sie in der Regel etwas teurer als Heizkostenverteiler.

Wie ist die gesetzliche Grundlage?

Die Heizkostenverordnung (HeizkostenV, HKVO) enthält die gesetzlichen Vorschriften zur individuellen Verbrauchserfassung von Wärme und Warmwasser. Sie bildet die Grundlage für die Erstellung der Heizkostenabrechnung und steht dabei gemäß § 2 HeizkostenV über abweichenden Regelungen im Mietvertrag.

Kommen keine eichrechtlichen Bestimmungen zum Tragen, muss die Eignung der genutzten Heizkostenverteiler durch sachverständige Stellen bestätigt werden. Wichtig ist, dass die Ausstattung zur Verbrauchserfassung für Ihr genutztes Heizsystem geeignet ist und korrekt angebracht wird, um eine technisch einwandfreie Funktion zu gewährleisten (§ 5 HeizkostenV).

Mieter haben ein Recht auf Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zur Verbrauchserfassung durch den Vermieter bzw. Eigentümer (§ 4 HeizkostenV). Gleichermaßen sind sie dazu verpflichtet, die Installation entsprechender Geräte zu dulden und dafür Zugang zur Mieteinheit zu gewähren.

Für Vermieter gilt, dass mindestens 50, höchstens jedoch 70 % der Heizkosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden müssen. Lediglich die übrigen 30 bis 50 % dürfen als verbrauchsunabhängige Grundkosten nach der Wohnfläche abgerechnet werden.

Nur wenige Ausnahmen von Abrechnung nach Verbrauch

Für diese Vorgaben gibt es gemäß § 11 HeizkostenV nur wenige Ausnahmen. Zu diesen Ausnahmen gehören unter anderem Unwirtschaftlichkeit durch eine unverhältnismäßig teure Installation, Wohnungen, in denen Mieter den Wärmeverbrauch nicht steuern können, Passivhäuser sowie Immobilien mit höchstens zwei Wohneinheiten, bei denen eine von Ihnen als Vermieter bewohnt wird.

Trifft die Ausnahmeregelung zu, können Sie die Heizkosten vollständig über die Wohnfläche verteilen oder diese bereits in die Mietzahlung einschließen.

Die Abrechnung über die Heizkosten muss jährlich erstellt und dem Mieter zur Verfügung gestellt werden. Dabei gilt sowohl für den Abrechnungszeitraum als auch für die Zustellung, dass diese 12 Monate nicht übersteigen dürfen.

Was kosten Heizkostenverteiler?

Als Vermieter sind Sie für die Anschaffung und Installation der Heizkostenverteiler zuständig. Sie können dafür die entsprechenden Geräte entweder kaufen oder mieten.

Wie hoch die Kosten pro Gerät ausfallen, ist abhängig vom Hersteller und der gewählten Bauart. Durchschnittlich liegen die Kosten für den Kauf zwischen 10 und 40 € pro Gerät. Dazu kommen Montagekosten in Höhe von durchschnittlich ca. 7 €. Die Mietkosten belaufen sich auf ca. 6 € pro Jahr und Heizkostenverteiler. In der Regel ist die Montage in den Mietkosten bereits enthalten.

Für die Ablesung der Werte werden rund 50 bis 100 € pro Jahr fällig. Die Höhe ist abhängig von der Wohnungsgröße. Weitere Kosten können durch die Anfahrt des Fachpersonals entstehen.

Ist die Miete der Heizkostenverteiler umlagefähig?

Kosten, welche für die Miete von Heizkostenverteilern anfallen, zählen zu den umlagefähigen Nebenkosten. Bei der Miete handelt es sich um laufende Kosten, die Ihnen als Vermieter entstehen (§ 7 Abs. 2 HeizkostenV). Für die Kostenumlage muss eine entsprechende Vereinbarung über die Betriebskosten im Mietvertrag vorhanden sein.

Vor der ersten Anmietung sollten Sie die Mieter über die voraussichtlichen Kosten informieren. Wenn nicht innerhalb einer Frist von vier Wochen mehr als 50 % der Mieter diesem Vorhaben widersprechen, dürfen Sie die Geräte austauschen.

Bei einem Widerspruch der Mieter dürfen Sie die Heizkostenverteiler zwar dennoch anmieten, müssen die Mietkosten aber selbst tragen.

Zu den weiteren umlagefähigen Kosten in Bezug auf die Heizkostenverteiler zählen:

  • Wartung und Eichung
  • Zählerablesung
  • Erstellung der Heizkostenabrechnung

Anders verhält es sich beim Kauf von entsprechenden Erfassungsgeräten. Der Kauf ist eine einmalige Zahlung und kann daher nicht auf die Mieter umgelegt werden. Allerdings handelt es sich gemäß § 559 BGB um eine Modernisierungsmaßnahme. Daher können Sie die jährliche Miete um 8 % der entstandenen Kosten erhöhen.

Kann man Heizkostenverteiler selbst ablesen?

Prinzipiell können elektronische Heizkostenverteiler selbst abgelesen werden. Dies ist beispielsweise für die Kontrolle der Heizkostenabrechnung durch den Mieter sinnvoll und erleichtert den Vergleich zum Vorjahresverbrauch.

Für die Selbstablesung ist es wichtig, zwischen fortlaufenden und stichtagprogrammierten Heizkostenverteilern zu unterscheiden.

Bei fortlaufenden Geräten ist nur die Ablesung des aktuellen Verbrauchswerts möglich. Zudem sind ein Anzeigentest und das Ansehen der Prüfzahl möglich.

Stichtagprogrammierte Verteiler zeigen zusätzlich den Vorjahres-Verbrauchswert an. Die angezeigten Werte sind für eine bessere Übersicht jeweils mit einem bestimmten Buchstaben verknüpft:

  • A: Aktueller Verbrauchswert seit dem letzten Stichtag
  • M und C: Anzeigentest zur Kontrolle der Funktionstüchtigkeit des Displays
  • K: Datum des Stichtags, an dem der Abrechnungszeitraum endet
  • M: Gesamtverbrauch des vorherigen Abrechnungszeitraums
  • C: Prüfzahl, die dem Abrechnungsdienstleister Info über die Korrektheit der Verbrauchswerte liefert

Allerdings kann aufgrund der Werte kein Rückschluss auf die tatsächlichen Heizkosten getroffen werden, da Heizkostenverteiler den Verbrauch nicht in physikalischen Messgrößen erfassen.

Sind Heizkostenverteiler mit Verdunstung verbaut, können abgelesene Werte nicht geltend gemacht werden. Daher ist es wenig sinnvoll, diese Geräte selbst abzulesen.

Als Vermieter können Sie die Kosten für die Ablesung der Heizkostenverteiler auf Ihre Mieter umlegen.

Wie erfolgt die Montage von Heizkostenverteilern?

Für die Montage von Heizkostenverteilern ist entsprechend geschultes Fachpersonal erforderlich. Ein eigenständiges Anbringen ist daher nicht möglich.

Das Anbringen erfolgt an jeweils vorgeschriebenen Montagepunkten am Heizkörper. Dieser Punkt wird mithilfe von Tabellen ermittelt und ist abhängig vom Heizkörpertyp. Die richtige Position des Heizkostenverteilers ist horizontal mittig und vertikal im oberen Drittel (75 % der Bauhöhe) des Heizkörpers.

Die Montage durch das Fachpersonal ist manipulationssicher.

Kann man Heizkostenverteiler manipulieren?

Hohe Energiekosten können manche Nutzer zur Manipulation der installierten Heizkostenverteiler verleiten.

Allerdings ist dies aufgrund von Schutzmechanismen nicht möglich. Mechanische Heizkostenverteiler mit Verdunstung sind verplombt, sodass sie nicht geöffnet werden können, ohne dass dies bemerkt wird. Der Verteiler muss so konstruiert sein, dass Eingriffe nicht ohne Beschädigungen vorgenommen werden können.

Im Falle von elektronischen Verteilern ist eine Art Schutzschaltung eingebaut, welche bei vorgetäuschter falscher Raumtemperatur diese durch eine pauschale Schätztemperatur ersetzt. Zudem ist es möglich, elektronische Aufzeichnungen der Messwerte auszulesen. Kommen durch Manipulationsversuche starke Abweichungen zustande, fällt dies bei der Auslesung aus.

Fazit

Mit Heizkostenverteilern kann die gesetzlich vorgeschriebene verbrauchsabhängige Erfassung von Wärme umgesetzt werden. Die kompakten Geräte werden direkt an den Heizkörpern montiert und erfassen dort Temperaturdifferenzen zwischen Raum und Heizkörperoberfläche. Aus diesen Werten kann dann der Verbrauch ermittelt werden.

Neben elektronischen Heizkostenverteilern gibt es auch Verteiler mit Verdunstung. Diese sind noch bis Ende 2026 zugelassen. Danach besteht eine Pflicht für fernablesbare elektronische Heizkostenverteiler.

Kosten für die Miete können Sie als Vermieter umlegen. Anschaffungskosten dürfen als Modernisierungsmaßnahme auf die Mieter verteilt werden.

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Autor

Miriam Zaunbrecher

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