Nachhaltig heizen: So können Vermieter CO2-Kosten sparen 

Mit dem richtigen Heizsystem können Vermieter einen Teil zum Klimaschutz im Alltag beitragen, ihre CO2-Steuer reduzieren und zudem auch von staatlichen Förderungen profitieren. Auch für viele Mieter wird eine nachhaltige Heizlösung bei der Wohnungssuche immer relevanter. Welche Heizsysteme die attraktivste Wahl sind und welche Möglichkeiten es gibt, am effizientesten CO2 in Ihrer Immobilie zu sparen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Letztes Update: 12. April 2024 | 8 Min. Lesezeit

Nachhaltig heizen: heller Holzschreibtisch, auf dem auf dem rechten Bildrand fuenf Grundrisse zusammengerollt liegen. Im Hintergrund auf der linken Seite steht ein kleines Haus aus gruenen Baukloetzen. Im Vordergrund liegt ein manuelles Heizungsthermostat.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welches Heizmodell ist am nachhaltigsten?
  2. Heizen mit Öl
  3. Heizen mit Gas
  4. CO2-Steuer für Öl und Gas
  5. Heizen mit Holz
  6. Heizen mit Wärmepumpe
  7. Heizen mit Fernwärme
  8. So können Sie sonst noch sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Reine Öl- und Gasheizungen sind aufgrund ihres hohen CO2-Ausstoßes keine nachhaltigen Heizmodelle.
  • Wärmepumpen gelten aktuell als eine der besten Möglichkeiten zum Klimaschutz, da sie natürliche Umweltwärme in Heizenergie umwandeln.
  • Bei Fernwärme wird keine eigene Heizanlage benötigt. Allerdings sind nicht alle genutzten Energiequellen nachhaltig.
  • Durch Maßnahmen wie richtiges Lüften und eine effiziente Gebäudedämmung lassen sich langfristig CO2-Emissionen sparen.

Welches Heizmodell ist am nachhaltigsten? 

Für die Beheizung eines Hauses oder einer Wohnung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Jede bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich, doch besonders mit Blick auf Nachhaltigkeit und den CO2-Verbrauch zeigen sich deutliche Unterschiede und Tendenzen, welche Modelle ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind.

Des Weiteren gibt es seit mehreren Jahren zunehmend strengere rechtliche Vorgaben bezüglich einiger Heizsysteme, aber im Gegenzug auch diverse Förderungsprogramme für erneuerbare Energien. 

Wir haben für Sie eine Übersicht der wichtigsten Heizsysteme mit geltenden gesetzlichen Vorschriften erstellt.  

Heizen mit Öl 

Die Ölheizung ist noch immer ein weit verbreitetes Modell in Deutschland und gilt als eine zuverlässige Heiztechnik. Die Kosten für diese Heizung können je nach Saison und Kursschwankungen unterschiedlich hoch ausfallen.

Allerdings führt die Verbrennung von Öl zu einem hohen CO2-Austoß und einer starken Umweltbelastung, sodass die Ölheizung als eine der klimaschädlichsten Heizlösungen eingestuft werden kann. Sie setzt rund 266 Gramm CO2 pro kWh frei.

Gesetzliche Vorschriften für Ölheizungen

Sowohl der Gebrauch als auch der Einbau von Ölheizungen ist grundsätzlich weiterhin erlaubt. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das seit dem 01. Januar 2024 gilt, besagt jedoch, dass spätestens ab 2045 das Heizen mit 100 % erneuerbaren Energien erfolgen muss.

Bis dahin gelten Staffelungen:

  • 2029: mindestens 15 %
  • 2035: mindestens 30 %
  • 2040: mindestens 60 %

Somit kann neben einer Modernisierung auch eine Neuanschaffung einer klimaneutraleren Heizung eine sinnvolle Alternative darstellen, um den gesetzlichen Vorgaben zu folgen und mehr CO2 im Alltag zu sparen.

Heizen mit Gas

Ebenso wie die Ölheizung, ist die Gasheizung in deutschen Haushalten weiterhin sehr populär aufgrund ihrer Vorteile. Dazu gehören beispielsweise eine hohe Effizienz und vergleichsweise niedrige Kosten.

Auch mit Blick auf CO2-Emissionen schneidet die Gasheizung etwas besser ab als die Ölheizung und stößt im Schnitt rund 60-70 Gramm weniger Kohlenstoffdioxid aus. Trotzdem lässt sich auch hier durch die Verwendung fossiler Brennstoffe nicht von einem nachhaltigen Heizmodell sprechen.

Eine umweltfreundliche Alternative bei einem anstehenden Heizungstausch bietet an dieser Stelle aber die Nutzung von Biogas. Auch eine hybride Lösung in Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist eine nachhaltige Lösung.

Gesetzliche Vorschriften für Gasheizungen

Genau wie bei der Ölheizung müssen laut des neuen Gebäudeenergiegesetzes auch Besitzer einer Gasheizung einen Anteil von mindestens 65 % erneuerbarer Wärmeerzeugung vorweisen können (§ 71 GEG). Bei einem Neueinbau gilt nun außerdem:

  • ab 2029 muss mindestens 15 % des Gases klimaneutral sein
  • ab 2035 muss mindestens auf 40 % des Gases klimaneutral sein
  • ab 2040 muss mindestens 60 % des Gases klimaneutral sein.

Hier kann sich mit Blick auf die Zukunft für Ihre Immobilie beispielsweise auch ein Hybrid-Modell mit einer Wärmepumpe lohnen, um Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern.

CO2-Steuer für Öl und Gas

Im Zuge des Klimaschutzprogramms 2030 der Regierung gibt es steigende CO2- Steuern, also Abgaben auf CO2-Emissionen, um diese weltweit zu reduzieren. Eine klimaschädliche Heizung mit fossilen Brennstoffen führt also auch schnell zu hohen Abgaben.

Für Vermieter ist es wichtig zu wissen, dass die Höhe der CO2-Kosten und vor allem auch die Verteilung dieser sich an dem Kohlenstoffdioxidausstoß eines Gebäudes pro m² orientiert. Je niedriger dieser ist, desto geringer ist auch der Kostenanteil für Vermieter.

Beispielsweise gilt:

  • Bei einem Verbrauch von weniger als 12 kg pro m² fallen keine Kosten für den Vermieter an.
  • Bei 12 kg bis 17 kg müssen Vermieter 10 % der Kosten tragen.
  • Bei 32 kg bis 37 kg treffen sich Vermieter und Mieter auf der Hälfte und beide zahlen 50 %.

Als Vermieter sollten Sie also versuchen, Ihren CO2-Ausstoß zu minimieren, um hohe Kostenanteile bei der CO2-Steuer zu vermeiden. Der aktuelle Preis liegt bei 45 € pro Tonne, was seit der Einführung der CO2-Steuer 2021 einen Anstieg von 20 € pro Tonne bedeutet. Bis 2026 ist mit einer weiteren Erhöhung von 10 € bis 20 € zu rechnen.

Kostenaufteilung mit unserem CO2-Rechner ermitteln

Die Kostenaufteilung der CO2-Emissionen für Sie und Ihre Mieter können Sie mit unserem kostenlosen CO2-Rechner ganz einfach ermitteln.

Heizen mit Holz

Im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen stellt das Heizen mit Holz zwar eine umweltfreundliche Alternative dar, es dürfen aber einige Nachteile nicht außer Acht gelassen werden. Die Annahme, dass es sich um ein regeneratives Heizsystem handelt, ist laut Forschern und Umweltschutzorganisationen widerlegbar.

Es wird also nicht nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Bäume zuvor gebunden und in Sauerstoff umgesetzt haben, sondern bei der Verbrennung auch noch zusätzliches CO2  und weitere klima- und gesundheitsschädliche Stoffe ausgestoßen. Allgemein decken sich die Treibhausgase, die entstehen, nicht mit denen, die gebunden werden können.

 Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Zudem führt die wachsende Beliebtheit zu einer schnelleren Abholzung, sodass eine Gefährdung des Ökosystems Wald berücksichtigt werden muss. Für einen klimafreundlichen Verbrauch sollte das Holz aus ressourcenschonender Forstwirtschaft stammen.

 Regionales und sauberes Holz

Vorsicht sollte auch bei der Auswahl des Holzes geboten sein. Nur beim Kauf von nachhaltig und regional angebautem Holz bzw. Pellets ist ein klimaneutraler Heizungsbetrieb möglich. Um eine faire und sichere Holzauswahl zu garantieren, können Sie auf Holz-Gütesiegel von beispielsweise Naturland, FSC oder PEFC achten. Zudem sollte für eine gute und trockene Lagerung des Holzes gesorgt werden.

Nachhaltiges Heizen mit Holz ist also nur unter begrenzten Bedingungen wirklich möglich. Auch hier bietet sich eine Kombination aus verschiedenen Heizsystemen an, sodass Sie das Holz nur ergänzend zu nachhaltiger Energieerzeugung wie beispielsweise Solarenergie anwenden.

Haende einer Person, die an einem Schreibtisch sitzt. Die Haende liegen beide auf einem Laptop. Neben dem Laptop liegt ein Handy und eine weiße Tasse steht dort. Im Hintergrund ist eine Gruenpflanze zu erkennen.

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 Heizen mit Wärmepumpe 

Nachhaltig Heizen mit einer Wärmepumpe ist aktuell eine der besten Möglichkeiten zum Klimaschutz. Wärmepumpen sind strombetrieben und wandeln natürliche Umweltwärme beispielsweise aus Grund-, Fluss- oder  Abwasser, Boden oder Luft in Heizenergie um. Somit sind sie regenerativ und sehr umweltfreundlich. Im Schnitt können Sie verglichen zu einem fossilen Heizmodell mit einer Wärmepumpe 2620 kg CO2 pro Jahr sparen.

Zusätzlich ist es eine attraktive Option die Wärmepumpe an eine Photovoltaikanlage zu koppeln, um besonders die Warmwasserbereitung durch selbst produzierten und nachhaltigen Strom garantieren zu können. Auch mit Blick auf Ihre Energiekosten, die Sie durch den Gebrauch von Photovoltaik erheblich senken können, lohnt sich diese Option.

Staatliche Förderungen für Wärmepumpen

Seit 2024 wird der Einbau von Wärmepumpen durch den Saat im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes mit bis zu 70 % der Investitionskosten gefördert (§ 89 GEG). Auch eine Heizoptimierung wird durch eine Förderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt. 

Heizen mit Fernwärme

Heizen ohne eigene Anlage – das bietet das moderne Heizsystem der Fernwärme. Über meist erdverlegte und isolierte Rohrleitungen gelangt Energie zu Ihrer Immobilie. Fernwärme kann verschiedene ökonomische und ökologische Vorteile mit sich bringen. Wie klimafreundlich dieses Heizsystem tatsächlich ist, hängt aber von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Energieherkunft und Ressourcenverfügbarkeit ab.

Die richtige Energiequelle

Je nach Anbieter wird die Wärme für dieses System unterschiedlich produziert. Bei der Verwendung erneuerbarer und kohlenstoffarmen Energien ist diese Heizlösung sehr klimafreundlich.

Außerdem können Emissionen bei der Verwendung von Abwärme reduziert und die Energieeffizienz gleichzeitig verbessert werden. Falls Sie als Vermieter einen solchen Anbieter in Ihrer Nähe haben, also sich beispielsweise in der Nähe eines Kraftwerkes befinden, bietet dies eine nachhaltige Heizmethode.

Regionale Unterschiede 

Aktuell sind die Netzwerke für Fernwärme allerdings noch nicht in jeder Region verfügbar. Des Weiteren ist es je nach Region unterschiedlich, welche Ressourcen verwendet werden und wie nachhaltig die Fernwärme ist. Hinzu kommt, dass Sie durch einen geringen Wettbewerb häufig an einen Anbieter gebunden sind und diesen nicht wechseln können.

So können Sie sonst noch sparen

Das passende Heizsystem spielt zwar eine zentrale Rolle um CO2 zu sparen, aber auch durch weitere Maßnahmen kann Ihre Immobilie klimafreundlich werden. 

 Richtig Lüften 

Durch richtiges Lüften lässt sich einfach CO2 sparen. Sie und Ihre Mieter sollten besonders auf regelmäßiges Stoßlüften und einen schnellen, aber effizienten Luftaustausch setzen. Wichtig ist es, die Räume nicht auskühlen zu lassen.

 Wärmedämmung 

Als Vermieter können Sie in eine effiziente Gebäudedämmung investieren, um den Energiebedarf zu senken. Somit können Sie also nicht nur CO2-Emissionen einsparen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch langfristig gesehen finanziell sparen und einen höheren Wohnkomfort bieten.

 Energieaudits 

Gründliche Analysen Ihres Energieverbrauches können Ihnen dabei helfen, Schwachstellen für besonders hohe CO2-Verbräuche zu identifizieren. Dies ermöglicht, gezielt Probleme zu beheben und bestmöglich Energie und CO2 zu sparen. Energieaudits können auch bereits im Vorhinein dabei helfen, Einsparungspotenziale zu berechnen und später die Erfolge zu überwachen.

Mieter sensibilisieren

Auch wenn Sie als Vermieter nur begrenzt Einwirkungen auf das aktive Energiesparen in der Wohnung oder im Haus haben, können Sie Ihren Mietern einen Heiz- und Energiesparplan erstellen, was letztendlich beiden Parteien zugutekommen wird und einen nachhaltigeren Energieverbrauch fördert. 

Fazit

Mit Blick auf die verschiedenen Heizsysteme schneidet die Wärmepumpe im Vergleich als das nachhaltigste Heizsystem ab und lohnt sich aus vielen verschiedenen Gründen für Vermieter.

Generell ist festzuhalten, dass Sie als Vermieter den Gebrauch von fossilen Brennstoffen minimieren sollten, um CO2 zu sparen und alternativ auf erneuerbare Energien oder hybride Lösungen setzen sollten – auch aus ökonomischer Sicht und aufgrund der CO2-Steuer. 

Es ist allerdings auch zu beachten, dass es je nach Immobilie individuelle Vor- und Nachteile sowie Einschränkungen für verschiedene Heizmethoden geben kann. 

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Autor

Sophie Sillekens

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