Miete festlegen: So berechnen Sie als privater Vermieter den richtigen Mietpreis

Über die Höhe der Mietpreise wird nicht nur in Deutschland gerne und oft kontrovers diskutiert. Trotz der unterschiedlichen Interessen von Eigentümern und Mietern muss am Ende eine Miete stehen, mit der sowohl der Vermieter als auch der Mieter leben können. Doch welche Faktoren spielen bei der Berechnung der richtigen Miete eine entscheidende Rolle und wie kann diese ermittelt werden? Wir haben für Sie alle Informationen zusammengefasst, die Sie benötigen, um den richtigen Mietpreis zu bestimmen.
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Ortsübliche Vergleichsmiete als wichtiger Richtwert

Die Basis zur Berechnung des richtigen Mietpreises stellt der Quadratmeterpreis dar, der in der unmittelbaren Umgebung für vergleichbare Objekte verlangt wird. Eine erste Orientierung bietet hier die ortsübliche Vergleichsmiete. Wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete ausfällt, ist aus dem Mietspiegel ersichtlich, den Sie üblicherweise bei Ihrer Gemeindeverwaltung bekommen. Die dort genannten Beträge werden auf Basis der Mieten ermittelt, die in den vergangenen sechs Jahren im Durchschnitt für Mietobjekte verlangt wurden. Die im Mietspiegel ausgewiesene Vergleichsmiete stellt in den meisten Fällen jedoch keine rechtlich bindende Größe dar. In der Regel kann der Vermieter die Höhe der Miete weitgehend frei gestalten. Dennoch stellt die Vergleichsmiete eine wichtige Grundlage zur Berechnung der richtigen Miete dar.

Auswirkungen der Mietpreisbremse

Greift in Ihrer Stadt oder Ihrem Bezirk jedoch die gesetzliche Mietpreisbremse, wird Ihre Freiheit zur Gestaltung der Miethöhe in erheblichem Maße eingeschränkt. In diesem Fall darf bei einer Neuvermietung der Mietpreis maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
Die Mietpreisbremse gilt in der Regel nur in Städten und Bezirken, in denen der Mietmarkt überdurchschnittlich angespannt ist. Auskunft darüber, ob es im Umfeld Ihrer Immobilie eine entsprechende Verordnung gibt, erhalten Sie ebenfalls bei der Gemeindeverwaltung.
Gibt es in Ihrer Gegend eine Mietpreisbremse, so gilt diese aber ausschließlich für Bestandsimmobilien, die neu vermietet werden sollen. Bei neu errichteten Gebäuden kommt sie nicht zur Anwendung. Hier kann die Miete auch weiterhin frei kalkuliert werden. Gleiches gilt für Objekte, die nach einer umfassenden Modernisierung neu vermietet werden.

Wird die Mietpreisbremse aber, obwohl vorhanden, bei einer Neuvermietung nicht berücksichtigt, kann der Mieter im Nachhinein eine Reduzierung der Miete verlangen. Außerdem muss der Teil der Miete zurückerstattet werden, der über der zulässigen Grenze liegt. Um derartige Probleme zu vermeiden, sollten Sie bei einer Neuvermietung darauf achten, diese gesetzlichen Vorgaben bei Ihrer Mietkalkulation zu berücksichtigen. Liegt in Ihrer Umgebung die ortsübliche Kaltmiete für ein Mietobjekt mit vergleichbarer Ausstattung bei 11 Euro pro Quadratmeter, dürfen Sie maximal 10 Prozent mehr, also 12,10 Euro, verlangen.

Leerstand und zu niedrig angesetzte Miete

Wer für seine Immobilie eine deutlich höhere Miete verlangt als in der jeweiligen Wohnlage üblich, riskiert damit, dass die Suche nach einem Mieter zu einem langwierigen Prozess wird, der viel Geduld, Durchhaltevermögen und ein entsprechendes finanzielles Polster erfordert. Denn auch wenn ein Objekt nicht vermietet ist, entstehen jeden Monat Kosten, die gedeckt werden müssen. Ein längerer Leerstand wirkt sich deshalb äußerst negativ auf die Rentabilität einer Mietwohnung aus.

Auf der anderen Seite kann aber auch eine zu niedrige Miete auf Dauer eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten. Reicht die angesetzte Miete nicht aus, um die Fixkosten zu decken und nötige Rücklagen für die Instandhaltung und Reparaturen zu bilden, wird die Immobilie schnell zu einem Minusgeschäft. Außerdem kann es unter Umständen auch zu Problemen mit dem Finanzamt kommen. Liegt die veranschlagte Miete deutlich unter den ortsüblichen Bedingungen, verlangen manche Finanzämter eine entsprechende Anpassung, um steuermindernde Aufwendungen anzuerkennen.

Bei der Berechnung der richtigen Miete spielen also verschiedene Faktoren eine zentrale Rolle. Grundsätzlich sollten natürlich nicht nur die Kosten gedeckt, sondern auch eine angemessene Rendite erzielt werden.

Maximal erzielbare Kaltmiete als Indikator für die Rentabilität

Für den Vermieter stellt die maximal erzielbare Kaltmiete die entscheidende Kennzahl dar. Sie ist der ausschlaggebende Faktor für die Rentabilität eines Mietobjektes. Die Warmmiete ist hier weniger relevant, da die Nebenkosten, wie etwa die Aufwendungen für Heizung und Wasser, direkt an den jeweiligen Versorger weitergeleitet werden müssen.

Die Höhe der im besten Fall zu erzielenden Kaltmiete wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Wie bei allen Immobilien, so kommt auch bei einer Mietwohnung der Lage eine besondere Bedeutung zu. Für ein Objekt in einer besonders beliebten Wohngegend kann aufgrund der höheren Nachfrage auch eine höhere Miete verlangt werden. In weniger begehrten Wohnlagen mit einer geringeren Nachfrage von solventen Mietern fällt die Höhe der erzielbaren Kaltmiete entsprechend geringer aus. Grundsätzlich wird auf dem Immobilienmarkt zwischen einfachen, mittleren und gehobenen Wohnlagen unterschieden. Für die jeweilige Kategorie sieht der Mietspiegel unterschiedliche ortsübliche Mietpreise vor.

Lage, Ausstattung und Zustand als entscheidende Faktoren

Neben der Lage ist auch die Ausstattung einer Wohnung bei der Berechnung der Kaltmiete zu berücksichtigen. Für ein Objekt, bei dem edle Materialien verbaut wurden, und das überdies mit begehrten Extras wie einem Balkon, einer Terrasse oder gar einem Garten aufwartet, kann natürlich eine höhere Miete verlangt werden, als für ein Haus oder eine Wohnung, die weniger zu bieten haben. Auch das Vorhandensein einer modernen Einbauküche oder innovativer Haustechnik sind berechtige Gründe, eine entsprechend höhere Miete anzusetzen. Der Zustand der gesamten Immobilie ist ebenfalls bei der Festsetzung eines angemessenen Mietpreises von großer Bedeutung. Aktuelle Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere auch im energetischen Bereich, sind ebenfalls relevante Gründe für eine Anpassung der Miete. Für eine frisch renovierte Wohnung kann eine höhere Miete verlangt werden als für ein Objekt, bei dem der Mieter zunächst noch selbst in die Verschönerung investieren muss.

Vermietung möblierter Wohnungen

In vielen Ländern werden Mietwohnungen oftmals komplett möbliert angeboten. Dies wirkt sich natürlich ebenfalls auf den Mietpreis aus. Auch in Deutschland nutzen immer mehr Vermieter diese Möglichkeit, um eine höhere Miete verlangen zu können oder ihr Angebot für bestimmte Mietergruppen attraktiver zu gestalten. Wie hoch dieser Vorteil ausfällt, ist maßgeblich vom Umfang, der Qualität und dem Zustand der Möblierung abhängig. Wenn Sie Ihre Wohnung möbliert vermieten möchten, sollten Sie von einer Nutzungsdauer von zehn Jahren ausgehen. Die Anschaffungskosten zuzüglich der gewünschten Rendite sollten sich demnach in einem Zeitraum von 120 Monaten in der geforderten Miete widerspiegeln.

Fazit

Auch wenn die Mietpreise in Deutschland, abgesehen von den Beschränkungen durch die Mietpreisbremse, weitgehend frei gestaltet werden können, ist es in der Regel nicht sinnvoll, mit überhöhten Forderungen in den Markt zu gehen oder mit Dumpingpreisen zu arbeiten. Eine solide kalkulierte Miete, die auf ein langfristiges Mietverhältnis abzielt, stellt meist die beste Lösung dar, ein Objekt erfolgreich zu vermieten.

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