Letztes Update: 12. Mai 2022

Steuererklärung für Vermieter: Diese Fristen gelten bei der Abgabe

Ob die Abgabe der Steuererklärung an eine Frist gebunden ist, hängt davon ab, ob Sie zur Abgabe verpflichtet sind oder diese freiwillig abgeben. In einigen Fällen können Sie auch vom Finanzamt zur Abgabe aufgefordert werden. Welche verschiedenen Fristen für die Einkommensteuererklärung gelten, welche Folgen ein Abgabeversäumnis hat und was Sie als Vermieter berücksichtigen müssen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die wichtigsten Fristen in Kürze

  • Bei einer Abgabeverpflichtung muss diese bis Ende Juli des Folgejahres erfolgen
  • Bei einer freiwilligen Abgabe der Steuererklärung verlängert sich die Frist auf bis zu 4 Jahre
  • Bei Unterstützung durch einen Steuerberater oder durch einen Lohnsteuerhilfeverein verlängert sich die Frist bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres.

Frist für Abgabepflichtige

Sind Sie zur Abgabe verpflichtet, muss Ihre Einkommensteuererklärung generell bis zum 31. Juli des Folgejahres an das Finanzamt übermittelt werden. Fällt dieser Abgabetag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt die Frist bis zum Folgetag.

Der Abgabetermin gilt unabhängig davon, ob Sie Papierformulare ausfüllen oder die Erklärung elektronisch übermitteln.

Abgabefrist für das Steuerjahr 2021

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie gibt es auch für das Steuerjahr 2021 eine Sonderregelung für die Abgabe. Die Abgabefrist wurde daher bis zum 30. September 2022 verlängert. 

Längere Abgabefristen für Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine

Für diejenigen, die bei ihrer Steuererklärung Unterstützung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein bekommen, gelten jedoch andere Fristen. Die Steuererklärung muss generell bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres beim Finanzamt eingehen.

Auch hier gilt für das Steuerjahr 2021 jedoch eine Sonderregelung. Der Stichtag für die Steuererklärung 2021 ist daher der 30. Juni 2023

Frist für das Steuerjahr 2020 – Abgabe mit Unterstützung

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Frist für Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine bis zum 31. Mai 2022 verlängert.

Frist für freiwillige Abgeber

Wer freiwillig seine Steuererklärung abgibt, hat vier Jahre Zeit dafür. Dies ergibt sich jeweils zum Ende des Jahres. Somit kann man seine freiwillige Steuererklärung für 2021 bis zum 31. Dezember 2025 beim Finanzamt einreichen.

Bei der freiwilligen Abgabe einer Steuererklärung ist es absolut notwendig, dass Sie die Abgabefrist einhalten. Sollte die Steuererklärung erst am 31.12. nach 24 Uhr eingehen, wird sie vom Finanzamt nicht mehr bearbeitet. Entscheidend ist hierfür der Eingangsstempel, der beim Hausbriefkasten vom Finanzamt mit der Uhrzeit auf dem Umschlag automatisch angebracht wird bzw. die Uhrzeit der elektronischen Übermittlung.

Sollten Sie jedoch keine Steuererklärung abgeben, verschenken Sie bares Geld. Laut einem Bericht im Stern schenken deutsche Steuerzahler um die 500 Millionen Euro pro Jahr dem Staat, da sie keine Einkommensteuererklärung abgeben. Außerdem gilt: Die Abgabe wird nicht zur Pflicht, wenn man seine Steuererklärung einmal freiwillig eingereicht hat.

Das Finanzamt fordert eine Abgabe

In seltenen Fällen kommt es vor, dass das Finanzamt Sie auffordert, eine Steuerklärung abzugeben. In diesem Fall erhalten Sie einen Brief, in dem das Finanzamt eine Frist zur Abgabe setzt. Wenn Sie sich nicht an diese Frist halten, droht eine Strafe in Form des Verspätungszuschlags.

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Abgabefrist verpasst?

Wenn Sie als Abgabepflichtiger die Abgabefrist verpasst haben, sollten Sie nicht in Panik verfallen. In der Regel drückt das Finanzamt beide Augen zu, wenn die Steuererklärung ein paar Tage später eingereicht wird. Lassen Sie sich jedoch zu viel Zeit, macht das Finanzamt Verspätungszuschläge geltend.

Wenn Sie keine Steuererklärung einreichen, fordert das Finanzamt häufig zur Abgabe auf. Demnach erhalten Sie ein Schreiben, in dem das Finanzamt Ihnen eine Frist setzt. Sollten Sie die genannte Frist verstreichen lassen, wird ein Verspätungszuschlag festgesetzt. Wenn Sie auch nach der gesetzten Frist keine Unterlagen als Abgabepflichtiger einreichen, kann das Finanzamt innerhalb von sieben Jahren die Steuererklärung nachfordern. Sollten dann relevante Belege fehlen, wird das Finanzamt Ihre Steuer schätzen – oftmals zu Ihren Ungunsten.

Beim Versäumniszuschlag berechnet das Finanzamt pro angefangenem Monat der Verspätung 0,25 % Ihrer festgesetzten Steuer, jedoch mindestens 25 Euro.

Fristverlängerung beantragen

Wenn Ihnen im Vorfeld schon bewusst ist, dass Sie die Frist nicht einhalten können, sollten Sie eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Diese Fristverlängerung kann Sie vor zusätzlichen Gebühren bewahren.

Die Fristverlängerung kann in Form eines formlosen Schreibens erfolgen. Geben Sie in diesem Schreiben die Gründe für die Verzögerung an (bspw. Krankheit oder fehlende Unterlagen) sowie einen neuen, selbst gewählten Abgabetermin. Dieses Schreiben sollten Sie unter Nennung Ihrer Steuer-Identifikationsnummer oder / und Steuernummer per Fax oder per Post an Ihr zuständiges Finanzamt senden. Verlängerungen von drei bis vier Monaten werden in der Regel akzeptiert. 

Steuererklärung für Vermieter

Zu den steuerpflichtigen Einnahmen gehören für Sie als Vermieter gemäß § 21 des Einkommensteuergesetzes (ESTG) auch Einkünfte, die Sie durch die Vermietung oder Verpachtung Ihres Eigentums erzielen. Gleichermaßen können Sie jedoch einige Ihrer Ausgaben steuerlich geltend machen.

In der Steuererklärung geben Sie die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in das ergänzende Formular Anlage V an.

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Anlage V 

In dem Formblatt sind entsprechende Felder für Mieteinnahmen, laufende Kosten, Betriebs- und Nebenkosten sowie für Abschreibungen enthalten, welche Sie ausfüllen müssen. Für jede Ihrer Immobilien bedarf es einer eigenen Anlage V. Auch für leerstehende Gebäude entfällt die Verpflichtung zum Ausfüllen nicht.

Die Anlage V besteht aus zwei Seiten. Während auf der Vorderseite die Einkünfte erfasst werden, können auf der Rückseite Ihre absetzbaren Kosten eingetragen werden. Die Nebenkosten, die Ihr Mieter entrichtet, zählen dabei zu den Einnahmen. Gleichermaßen können die Nebenkosten jedoch auch als Werbungskosten geltend gemacht werden.

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Frist für die Anlage V

Wenn Sie als Arbeitnehmer Nebeneinkünfte aus der Vermietung und Verpachtung erzielen, die die Freigrenze von 410 Euro pro Jahr übersteigen und / oder wenn Sie Vermieter sind und Ihr Einkommen den Grundfreibetrag von 9.984 Euro bzw. 19.968 Euro übersteigt, sind Sie zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Dann gilt für Sie generell der 31. Juli als Frist für die Steuererklärung des vorangegangenen Jahres. Werden Sie bei der Erstellung der Steuererklärung mit Anlage V von einem Steuerberater unterstützt, gilt der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres. Ebenso wie bei den weiteren Formularen der Steuererklärung sollten Sie auch bei der Anlage V sämtliche Belege und Rechnungen zur Hand haben, falls Nachfragen durch das Finanzamt erfolgen.

Dabei ist zu beachten, dass gemäß des Zufluss-/Abfluss-Prinzips durch Vermietung und Verpachtung erzielte Einnahmen dem Steuerjahr zuzuordnen sind, in dem sie auch erzielt wurden. Damit einhergehend können Sie nur tatsächlich in dem Jahr angefallene Ausgaben geltend machen (§ 11 EStG). Auch ausstehende Mietzahlungen dürfen Sie nicht in der Anlage V angeben, selbst wenn sie für das laufende Jahr fällig wären.

Steuerliche Vorteile für Vermieter

Die Vermietung Ihrer Immobilie bringt auch Vorteile im Zuge der Steuererklärung mit sich. Dabei müssen jedoch einige Dinge beachtet werden.

Steuerfreibeträge 

Zu den Steuerfreibeträgen, welche allen einkommensteuerpflichtigen Personen zustehen, können auch Mieteinnahmen gezählt werden. Nur falls die Einnahmen die in § 32 EStG festgelegten Sätze übersteigen, müssen entsprechende Steuern gezahlt werden.

Aktuelle Grundfreibeträge 2022

Pro Person: 9.984 €

Verheiratete: 19.968 €

Freibeträge für Kinder können Ihrem Steuerfreibetrag angerechnet werden

Ein Gesetzesentwurf sieht zudem die Erhöhung des Grundfreibetrages auf 10.347 € pro Person vor. Dies soll rückwirkend ab dem 01. Januar 2022 gelten. Der Entwurf wurde am 16. März 2022 durch das Bundeskabinett beschlossen. 

Untervermietung 

Für dauerhafte oder kurzzeitige Untervermietungen gibt es ebenfalls Freigrenzen, bei deren Unterschreitung keine Steuern auf die Einnahmen anfallen.

Für kurzzeitige Untervermietungen liegt diese bei 520 € für jedes Kalenderjahr (Veranlagungszeitraum). Im Zuge einer dauerhaften Untervermietung dürfen Sie nicht mehr als 410 € pro Jahr einnehmen, wobei diese Summe abzüglich aller Ausgaben gilt.

Bei Einnahmen von weniger als 820 € im Jahr müssen Sie lediglich einen verminderten Steuersatz zahlen.

Fazit

Für die jährliche Steuererklärung gibt es verschiedene Abgabefristen. Diese orientieren sich daran, ob eine Verpflichtung besteht, ob die Erklärung freiwillig abgegeben wird und ob Hilfe durch einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch genommen wird.

Vermieter stehen in der Pflicht, zusätzlich zur Steuererklärung die Anlage V für jedes der Objekte abzugeben. Darin werden sowohl Einnahmen als auch Kosten aufgeführt. Was Sie dabei an Kosten absetzen können, ist juristisch festgelegt.

Der 31. Juli stellt auch für die Anlage V die Frist dar. Bei Unterstützung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist für die Steuererklärung für Vermieter auf den letzten Tag des Februars des übernächsten Jahres.

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