Letztes Update: 12. Mai 2022

Wohnen in der Pandemie: Glückliche Mieter oder nichts wie raus aufs Land?

Wie hat sich das Wohngefühl verändert? Welchen Eindruck haben private Vermieter und wie viel Prozent der Mieter wünschen sich einen Umzug ins Grüne? Eine von uns durchgeführte repräsentative Umfrage unter 2.500 Deutschen gibt Eindruck über die Wohnsituation in Pandemiezeiten.

Selten haben die Deutschen so viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen müssen wie im letzten Jahr im Zuge der Coronavirus-Pandemie und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen. Mit Homeschooling, Home-Office und nächtlicher Ausgangssperre kann es im eigenen Zuhause schnell eng werden und man sieht die eigene Wohnung plötzlich mit ganz neuen Augen. Aus diesem Grund wollten wir von objego herausfinden, wie sich der Blick der Deutschen auf das eigene Zuhause verändert hat. Dafür haben wir eine repräsentative Umfrage unter 2.500 Deutschen durchführen lassen. Die Ergebnisse erlauben Aussagen über die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Wohnsituation und den verbreiteten Wunsch nach einem privaten Eigenheim.

Zufriedenes Mieterland

Rund 60 Prozent und damit eine deutliche Mehrheit der Deutschen sind Mieter. In keinem anderen EU-Land leben weniger Menschen in einer eigenen Immobilie. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die meisten Deutschen auch nach über einem Jahr Corona-Pandemie inklusive nie zuvor da gewesenen Belastungsproben wie Homeschooling noch sehr zufrieden mit der eigenen Wohnsituation sind. Acht von zehn Befragten haben ihre Wohnsituation im vergangenen Jahr überhaupt nicht verändert, zum Beispiel durch einen Umzug oder großflächige Renovierungsarbeiten.

Das Ergebnis unserer Stimmungsumfrage deckt sich mit den Ergebnissen einer dänischen Studie (Good Home Report) aus dem Jahr 2019. Damals zeigten sich 90 Prozent der Bundesbürger trotz gestiegener Mieten mit der eigenen Wohnsituation zufrieden. Die aktuellen Erkenntnisse bestätigen das Bild vom zufriedenen deutschen Mieter jedoch mit sinkender Tendenz womöglich als Folge der Pandemie und der gestiegenen Zeit, die zu Hause verbracht wurde. Dennoch findet mehr als jeder dritte Mieter seine Miete habe sich im Pandemie-Jahr besonders gelohnt.

Raus aus der Stadt wird immer attraktiver

Corona hat das Leben auf den Kopf gestellt. Während seit vielen Jahren das Thema Landflucht die Schlagzeilen bestimmte, zeichnet sich nun immer häufiger eine Umkehr-Tendenz ab: Bloß raus aus der Stadt. Gerade für diejenigen, die ortsunabhängig arbeiten können, wird die Idee eines eigenen Häuschens im Grünen immer attraktiver. Auch die Ergebnisse unserer Umfrage deuten auf ein gesteigertes Interesse am Wohnen auf dem Land hin. Mindestens ein Drittel der befragten Mieter hat bereits wahrgenommen, dass es ein gestiegenes Interesse daran gibt, die Stadt zu verlassen und in eine Eigentumsimmobilie aufs Land zu ziehen. Tatsächlich wünschen sich sieben Prozent der Befragten, schon bald ins Grüne umziehen zu können. 1,6 Prozent der Befragten haben den Schritt raus aus der Stadt bereits gewagt.

Mieterland Deutschland im Wandel

Private Vermieter in Deutschland sehen die Entwicklung, dass Privatpersonen nun mehr kaufen statt mieten wollen, naturgemäß kritisch. Mit 42 Prozent hat fast jeder zweite private Vermieter in Deutschland bereits das Gefühl, die Deutschen hätten seit der Corona-Pandemie ein gesteigertes Interesse daran, eine Immobilie zu kaufen statt zu mieten. Das zeigt eine gesteigerte Furcht davor, dass sich das Mieterland Deutschland an dieser Stelle wandeln könnte. Mehr als jeder fünfte Vermieter sieht das Ganze dagegen gelassener. Ein neues Interesse an Immobilieneigentum konnten sie bei ihren Mietern nicht beobachten. Auch wenn das Licht am Ende des Tunnels schon sichtbar ist, wird uns die Pandemie noch einige weitere Monate begleiten. Weitere Zeit, in der einige Deutsche ihre Wohnsituation überdenken und andere konkrete Konsequenzen ziehen werden.

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