Letztes Update: 11. Mai 2022

Wohnungsgeberbestätigung: Das müssen private Vermieter beachten

Die Anmietung einer Wohnung ist auch für den Vermieter mit einigen administrativen Aufgaben verbunden. In diesem Zusammenhang spielt das deutsche Meldegesetz eine wichtige Rolle. Zur Anmeldung wird eine Wohnungsgeberbestätigung benötigt, die dem Mieter bei Vorliegen eines neuen Mietverhältnisses vom Vermieter ausgestellt werden muss. Die wichtigsten Informationen darüber, was die Wohnungsgeberbestätigung beinhalten muss, warum die Ausstellung auf keinen Fall versäumt werden sollte sowie eine kostenlose Vorlage zum Herunterladen erhalten Sie in folgendem Beitrag.

Was beinhaltet eine Wohnungsgeberbestätigung?

In der Wohnungsgeberbestätigung, auch Vermieterbescheinigung genannt, zeigen Sie als Vermieter gegenüber dem Einwohnermeldeamt an, wer zu welchem Termin in die von Ihnen vermietete Wohnung eingezogen ist.

Neben der exakten Adresse des Mietobjektes enthält diese Bescheinigung die Namen aller Personen, die in der Wohnung leben. Es reicht also nicht, nur denjenigen anzugeben, mit dem der Mietvertrag geschlossen wurde. Darüber hinaus werden Informationen über Sie erfasst. Diese betreffen in erster Linie Ihren Namen und Ihre Anschrift.

Außerdem muss angegeben werden, ob der Wohnungsgeber auch gleichzeitig Eigentümer des Mietobjektes ist oder ob er im Auftrag Dritter handelt. In diesem Fall muss zusätzlich die Adresse des Eigentümers angegeben werden.

Ausstellung auf mehreren Wege möglich

Eine Wohnungsgeberbestätigung kann sowohl in Papierform als auch auf elektronischem Wege abgegeben werden. Entsprechende Formularvorlagen zum Ausdrucken finden sich im Internet. Diese werden dann ausgefüllt dem neuen Mieter übergeben.

Bei der elektronischen Variante stellen Sie die notwendigen Informationen dem Einwohnermeldeamt direkt zur Verfügung.

Nachdem dies geschehen ist, erhalten Sie einen Bestätigungscode, den Sie im Anschluss Ihrem Mieter mitteilen müssen, damit dieser den Code bei seiner Ummeldung angeben kann.

Download Wohnungsgeberbestätigung

Laden Sie sich hier kostenlos eine Vorlage der Wohnungsgeberbestätigung herunter und füllen Sie diese ganz einfach am PC oder per Hand aus. 

Wofür wird eine Wohnungsgeberbestätigung benötigt?

Eine Wohnungsgeberbestätigung oder Vermieterbescheinigung benötigt jeder, der sich an einem neuen Wohnort anmelden möchte. Die Pflicht zur Anmeldung ist im deutschen Meldegesetz geregelt. Im Jahr 2015 wurden die bis dahin geltenden Bestimmungen der einzelnen Länder durch eine bundeseinheitliche Regelung abgelöst. Danach hat die Anmeldung am neuen Wohnort innerhalb einer Frist von zwei Wochen zu erfolgen.

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Die Frist beginnt mit dem Tag des Einzugs. Ist dies nicht möglich, weil zum Beispiel aufgrund der Überlastung der Meldeämter kein Termin in dem relevanten Zeitraum zu bekommen ist, reicht es aus, innerhalb der Zwei-Wochen-Frist einen Termin beim Einwohnermeldeamt zu vereinbaren. Die eigentliche Anmeldung kann dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Mietvertrag reicht nicht zur Anmeldung aus

Am Tag der Anmeldung müssen dann alle erforderlichen Unterlagen vorhanden sein. Dazu gehört auch die Vermieterbescheinigung. Die Vorlage eines Mietvertrages reicht nicht aus, um eine Anmeldung vorzunehmen, da dieser nicht alle erforderlichen Informationen enthält. Mit der Wohnungsgeberbestätigung soll vermieden werden, dass nicht alle in einer Wohnung lebenden Personen erfasst werden.

Wer muss eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen?

Die Wohnungsgeberbestätigung oder Vermieterbescheinigung muss, wie der Name schon vermuten lässt, vom Vermieter ausgestellt und dem Mieter übergeben werden.

Jeder, der eine Wohnung vermietet oder untervermietet, muss dem neuen Mieter eine solche Bestätigung ausstellen. Ohne diese kann der Mieter seiner Meldepflicht nicht nachkommen. Deshalb besteht für Sie als Vermieter eine gesetzliche Verpflichtung, Ihrem Mieter eine entsprechende Bescheinigung zur Verfügung zu stellen.

Alternativ kann die Übermittlung der Daten auch auf elektronischem Wege direkt an das Einwohnermeldeamt erfolgen. In diesem Fall sind Sie verpflichtet, dem Mieter den Bestätigungscode mitzuteilen, unter dem der Anmeldeprozess registriert ist.

Erstellung durch Hausverwaltung

Unabhängig davon, welcher Weg gewählt wird, müssen Sie die Wohnungsgeberbestätigung nicht zwingend selbst ausfüllen. Sie können diese Aufgabe auch einem Dritten, zum Beispiel einer Hausverwaltung, übertragen. Dies entbindet Sie jedoch nicht von der Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass dem Mieter die Bestätigung rechtzeitig vorliegt, um sich gesetzeskonform in der bereits genannten Frist von zwei Wochen anmelden zu können.

Untermietvertrag

Handelt es sich bei dem Mietvertrag um einen Untermietvertrag, so obliegt es dem Hauptmieter, eine entsprechende Bestätigung auszustellen. In diesem Fall muss zusätzlich die Adresse des Eigentümers der Immobilie angegeben werden.

Vermieter stellt keine Wohnungsgeberbestätigung aus

Kommen Sie Ihrer Verpflichtung nicht fristgerecht nach, Ihrem neuen Mieter eine Wohnungsgeberbestätigung auszustellen, kann sich der Neubürger nicht ordnungsgemäß an seinem neuen Wohnort anmelden.

Hohe Bußgelder als Folge

Für Ihre Weigerung oder Ihr Versäumnis, eine Vermieterbescheinigung auszustellen, können Sie nach § 54 BMG mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 1.000 Euro belangt werden.

Noch deutlich höher, bis zu 50.000 Euro, fallen die Bußgelder allerdings aus, wenn Sie eine Wohnungsgeberbestätigung für Personen ausstellen, die gar nicht in Ihrer Immobilie wohnen. Mit diesen drastischen Strafen will der Gesetzgeber vermeiden, dass es zu Scheinanmeldungen kommt.

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Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter

Die Rechte und Pflichten von Vermietern im Zusammenhang mit dem Bundesmeldegesetz sind klar geregelt.

Für Sie als Vermieter bedeutet dies die Verpflichtung zur Ausstellung einer Wohnungsgeberbestätigung. Diese muss den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen und darf keine falschen Angaben, etwa in Bezug auf die Zahl und die Identität der Bewohner, enthalten.

Mieter ist für Fristeinhaltung zuständig

Für die fristgerechte Anmeldung bei den zuständigen Stellen ist jedoch ausschließlich der Mieter selbst verantwortlich. Deshalb hat er das Recht, von Ihnen die rechtzeitige Übergabe der Vermieterbescheinigung zu fordern.

Anders als in der Vergangenheit ist heute beim Auszug aus einer Wohnung keine Abmeldung und somit auch keine Bescheinigung von Ihnen mehr erforderlich. Durch den elektronischen Abgleich der Einwohnermeldedaten zwischen den Ämtern ist die Abmeldung überflüssig geworden. Lediglich wenn ein dauerhafter Umzug ins Ausland erfolgt, ist eine Abmeldung vorzunehmen.

Auskunft beim Einwohnermeldeamt

Für Sie ist es außerdem wichtig zu wissen, dass Sie das Recht haben, vom Einwohnermeldeamt zu erfahren, wer tatsächlich in Ihrer Wohnung gemeldet ist.

Die Auskunftspflicht ist im § 19 Abs. 1 Satz 3 BMG klar geregelt. Herrscht in dieser Frage Unklarheit, ist es ratsam, die entsprechenden Informationen beim Einwohnermeldeamt einzuholen. Schließlich ist es nicht nur zur Berechnung der Nebenkosten von Bedeutung, die genaue Zahl der Bewohner einer Immobilie zu kennen.

Fazit

Auch wenn die Wohnungsgeberbestätigung einen zusätzlichen Aufwand bei der Neuvermietung einer Wohnung oder eines Hauses bedeutet, so hält sich dieser jedoch in engen Grenzen.

Wichtig ist für Sie ist in erster Line sich der Verpflichtung bewusst zu sein, die gesetzlichen Fristen zu beachten und ausschließlich der Wahrheit entsprechende Angaben zu machen. So können die im BMG vorgesehenen, zum Teil drastischen Bußgelder, vermieden werden.

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